Unsere gemeinsame Reise beim Projekt:
Was macht eigentlich einen echten Helden oder eine echte Heldin aus?
Mit dieser spannenden Frage öffnete im Juli 2025 unser Projekt „Hero shoot“ im Family Space seine Türen. Über ein ganzes Jahr hinweg haben wir uns gemeinsam mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf eine intensive, kreative und bewegende Reise begeben. Ziel war es nicht nur, über Superkräfte nachzudenken, sondern die eigenen Stärken zu entdecken, diese kreativ sichtbar zu machen und als starkes Team zusammenzuwachsen.
Der Startschuss: Kreativität und die Welt der Geschichten
Alles begann mit der Erforschung unserer eigenen Fantasie. In einer Kreativwerkstatt erfanden die Kinder eigene Comic-Identitäten und schrieben packende Geschichten darüber, wie man zum Held*inen wird. Dabei lernten die Jüngeren von den Älteren: Gemeinsam überwanden wir Sprachbarrieren durch visuelles Erzählen, malten farbenfrohe Plakate und experimentierten sogar mit digitalem Storytelling und KI.
Natürlich lief nicht immer alles reibungslos – wo viele verschiedene Persönlichkeiten aufeinandertreffen, gibt es auch mal Reibung. Doch genau diese Momente haben wir genutzt. In gemeinsamen Redekreisen lernten die Teilnehmenden, Konflikte selbstständig zu lösen, Regeln für die Gruppenarbeit aufzustellen und füreinander als Streitschlichter da zu sein. Ein echtes Highlight im Herbst waren die gemeinsamen Teambuilding-Ausflüge (wie zu What a game), die das Vertrauen untereinander spürbar gestärkt haben.
Scheinwerfer an: Medienkompetenz und die Suche nach Alltagsheld:innen
Passend zum Projektnamen „Hero shoot“ verlagerte sich unser Fokus ab dem Spätherbst auf die reale Welt und die Medien. Die Kinder lernten den kritischen Umgang mit Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram und setzten sich mit den Vor- und Nachteilen der digitalen Welt auseinander.
Hinter den Kulissen wurde es dann richtig professionell: Die Teilnehmenden absolvierten ein echtes Medientraining. Sie lernten, wie man Kameras einstellt, den perfekten Spot für Licht wählt und spannende Fragen formuliert. Mit Tonaufnahmen und Videokameras bewaffnet ging es raus auf die Straßen Berlins. Bei Umfragen rund um die Warschauer Straße fragten die anfänglich noch schüchternen Kinder Passant:innenten und Ladenbesitzer:innen, wer deren ganz persönlicher Heldin sei.
Auch Interviews – ob digital oder live vor Ort mit Gästen wie den eigenen Eltern – wurden stolz und selbstständig gemeistert. Selbst von technischen Tücken oder kaputten Mikrofonen beim Videoschnitt ließ sich die Gruppe nicht entmutigen, sondern blickte bei gemütlichen Diashows und Reflexionsrunden stolz auf das Erreichte zurück.
Körpergefühl, Musik und „Mutige Missionen“
Neben der Kopfarbeit und dem Umgang mit der Kamera kam auch die Bewegung nie zu kurz. Unsere Trainerin Nadege erarbeitete mit den Jugendlichen Schritt für Schritt eine eigene Tanz-Choreographie. Auch hier zeigten sich echte Führungsqualitäten: Die älteren Teilnehmerinnen schlüpften in die Rolle von Choreografinnen und brachten den jüngeren Kindern die Tanzschritte bei. Bewegung, Stretching und das Auspowern im Park oder auf dem Spielplatz wurden zu einem festen, stärkenden Ventil für die Gruppe.
Im Frühjahr 2026 verknüpften wir das Heldenthema mit der eigenen Realität. Unter dem Motto „Mutige Missionen“ sprachen wir über reale Herausforderungen wie den Schulanfang, den Schulwechsel oder den Unterschied zwischen fiktiven und echten Vorbildern. Beim gemeinsamen Kochen an speziellen Lerntagen leiteten die Älteren die Jüngeren an, und der Family Space wurde zu einem Ort, an dem jeder Verantwortung übernahm.
Das große Finale: Held:innen in Aktion
Im Juni 2026 fand das Projekt seinen emotionalen und stolzen Höhepunkt.
Die Kinder wollten das Gelernte nutzen, um aktiv zu helfen. Da Obdachlosigkeit in Berlin ein großes Thema ist, stand der Plan schnell fest: Für das große Finale von „Hero shoot“ wurden Brottüten liebevoll gestaltet, Motivationskarten mit aufmunternden Worten geschrieben sowie Lebensmittel und Hygieneartikel verpackt.
Beim Verteilen rund um die Warschauer Straße überwanden die Kinder ihre anfängliche Schüchternheit komplett.
Die tiefe Dankbarkeit der Menschen zu spüren, denen an heißen Tagen mit Wasser und Essen geholfen wurde, war für alle Beteiligten eine unbezahlbare Erfahrung. Mit einem gemeinsamen Eis im Park ließen wir dieses ereignisreiche, lehrreiche und wunderschöne Projektjahr ausklingen.
Wir sind unglaublich stolz auf jedeN einzelneN unserer kleinen und großen Held:innen von „Hero shoot“ und bedanken uns für ein unvergessliches Jahr voller Wachstum, Teamgeist und echter Superkräfte!